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Automat oder Schaltgetriebe?


Meine persönliche Meinung dazu...

Am 14.12.2018 hat der Bundesrat entgegen dem Rat diverser Fachverbände entschieden, dass nebst anderen Änderungen ab 1.2.2019 der Automateneintrag im Führerausweis gestrichen wird. Dies bedeutet, dass die praktische Führerprüfung in Zukunft mit einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe abgelegt werden kann und trotzdem später auch mit Schaltgetriebe gefahren werden darf. Das klingt für viele Leute natürlich sehr verlockend, da für die Fahrausbildung etwas weniger budgetiert werden müsste. Macht das aber für alle Sinn oder ist das einfach nur gefährlich? Im Folgenden meine Gedanken zu diesem Thema…

Was war das Ziel des Bundesrates und des ASTRA (Bundesamt für Strassen):

Das Bundesamt erhofft sich, mit diesem Entscheid die Elektromobilität ankurbeln zu können. Es rechnet gemäss eigenen Angaben damit, dass nun immer mehr Fahrschulen elektrisch betriebene Fahrschulfahrzeuge einsetzen. Diese sind nicht mehr von Hand geschaltet, da sie eine komplett andere Antriebstechnologie besitzen. Wer in der Fahrschule elektrisch lernt, wird sich dann womöglich später selber auch eher für diese Antriebstechnologie entscheiden. Dies macht aus meiner Sicht teilweise auch Sinn. Leider geschieht dies aber auf Kosten der Verkehrssicherheit.

Wo sind die Gefahren der neuen Regelung:

Viele junge Menschen werden sich wahrscheinlich aufgrund einer etwas günstigeren Ausbildung, eher für eine Ausbildung mit Automatikgetriebe entscheiden. In den folgenden Jahren werden aber viele von ihnen trotzdem mit geschalteten Fahrzeugen in Kontakt kommen, sei es im Beruf, im Verein usw. Somit werden immer mehr junge Autolenker auf unseren Strassen unterwegs sein, welche die Technik des Schaltens nicht richtig erlernt haben. Das wiederum kann ziemlich schnell gefährlich werden, weil das Schalten für viele ungeübte Lenker eine zusätzliche Ablenkung darstellt. Ablenkung/ Unaufmerksamkeit ist gemäss Unfallstatistiken jetzt schon die Unfallursache Nr.1.
Es ist wohl vor allem Fahrlehrern bewusst, wie oft ins Geschehen eingegriffen werden muss, wenn der noch ungeübte Fahrschüler wieder einmal den falschen Gang einlegt, zum falschen Zeitpunkt schaltet oder sogar zum Schaltstock schaut und so den Blick nicht auf die Strasse gerichtet hat.
Ohne geeignete Begleitperson, die mit Rat und Tat zur Seite „sitzt“, kann es deshalb ganz schnell zu einem Unfall kommen. Ganz im Gegensatz also zur „Vision Zero“, die der Bundesrat eigentlich verfolgt.

Der Entscheid, wie viel sie in ihre eigene und die Sicherheit anderer investieren möchten, liegt in Zukunft bei der kommenden Fahrgeneration selber. Das Verursachen eines Verkehrsunfalls kann ein Leben durchaus nachhaltig verändern. Finanziell, körperlich und seelisch.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch betonen, dass ich keinesfalls gegen die zukünftigen Technologien bin. Dass in naher Zukunft praktisch gar nicht mehr geschaltet werden muss, ist absolut sinnvoll und zu begrüssen. Weil in den kommenden 4 bis 6 Jahren aber wohl noch grösstenteils geschaltete Fahrzeuge auf dem Occasion Markt angeboten werden (Stand 2018 - 75%), erachte ich diesen Schritt als verfrüht.

Wer also zukünftig geschaltete Fahrzeuge fahren will, oder plötzlich muss, weil er kein anderes zur Verfügung hat, sollte dies aus eigenem Interesse, und dem der Verkehrssicherheit unbedingt richtig erlernen. Dies sollte im Rahmen von begleiteten Fahrten stattfinden und nicht alleine im öffentlichen Verkehr.
Die häufigste Todesursache junger Menschen ist ein Verkehrsunfall. Deshalb sollte gerade diese Altersgruppe optimal auf den Strassenverkehr vorbereitet werden. Leider ist die Gefahr jetzt gross, dass die Fahrkompetenzen von Neu- bzw. Junglenkerinnen und Junglenker sinken.

Für wen es Sinn macht, schon jetzt ausschliesslich auf dem Automaten zu lernen:

Personen, die in Zukunft ausschliesslich Fahrzeuge mit Automatikgetriebe fahren werden.
Personen, die psychomotorische Schwierigkeiten haben und sich deshalb mit dem Schalten sehr schwer tun. Diese Personengruppe sollte sowieso gänzlich auf das geschaltete Fahren verzichten, oder dies zu einem späteren Zeitpunkt richtig erlernen (falls überhaupt möglich).

Allen anderen Personen empfehle ich, wie bis anhin die Fahrausbildung auf dem geschalteten Fahrzeug zu absolvieren. 

Mein Fazit:

Der Bund fördert die Elektromobilität zu Lasten der Verkehrssicherheit (insbesondere der Sicherheit junger Menschen im Strassenverkehr), weil er diese Regelung zu früh umsetzt.

 

20.02.2019

 

«Ich wünsche euch allen eine gute und unfallfreie Fahrt.» 


 
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